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Campus Weiße Rose
11.02.2020

Mitteilung Nr. 01-2020 des DENKStättensekretariats

Im Fokus:

1.   Pflege und Erweiterung des Netzwerks des DSK: Verbreitung der Broschüre; neue Forschungsergebnisse, Arbeitskreis in Bodnegg, Netzwerktagung im März 2020

2.   Galerie der Aufrechten: erstmalig in Weingarten präsentiert, Villingen-Schwenningen, neue Porträts, Veranstaltungen 2020

3.   weitere Bildungsarbeit: Vorträge, Exkursion nach Stuttgart ( „Hotel Silber“), Geschichtswanderung auf den Spuren des NS durch Weingarten

4.   Ausblick auf geplante Veranstaltungen: Themenwoche Kriegsende vor 75 Jahren, Wanderausstellung des DZOK: „Man wird doch noch mal sagen dürfen“, Ergänzung Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

5.   Vertretung des DSK auf Landesebene durch Gertrud Graf

 

Sehr geehrte Mitglieder, sehr geehrte Freunde/Innen unseres Denkstättenkuratoriums,

 

heute möchten wir Sie mit diesem Newsletter über die Aktivitäten des Sekretariats im letzten halben Jahr und über geplante Aktivitäten im Jahr 2020 informieren. Ziele des Newsletters sind Information und Anregung.

 

1.   Pflege und Erweiterung des Netzwerks des Denkstättenkuratoriums:

 

1.1.      Broschüre

Einen Schwerpunkt in der Arbeit des DSK bildet die Pflege des Netzwerks der Denkorte im Denkstättenkuratorium durch die Unterstützung des Gedenkens an den vorhandenen Denkorten. Dem dient die Verbreitung der Gesamtbroschüre durch die Weitergabe an örtliche Initiativen, Stadtverwaltungen, Büchereien und Schulen als sukzessive Daueraufgabe. Oft fordern auch Einzelpersonen die Broschüre an. Bitte melden Sie sich bei Philipp Stäbler (philipp.staebler@studentenwerk-ev.de), wenn Sie Broschüren brauchen. Die Broschüre erweist sich immer wieder - wie z.B. bei einer Kulturveranstaltung in Baienfurt mit einem Programm jiddischer Lieder - als vorzügliches Medium, um unser Netzwerk und seine regional bezogene Erinnerungsarbeit vorzustellen. Immer wieder erfährt die Broschüre dabei höchstes Lob und ab und zu wird sie auch als vorbildhaft für andere Regionen bezeichnet, wenn danach gefragt wird, ob es eine solches „Regionales Geschichtsbuch“ mit der Darstellung von Opfer-, Täter- und Widerstandsbiographien in einer  „Topographie des NS-Terrors“ auch für andere Regionen Baden-Württembergs gibt.

 

1.2.      Neue Forschungen

Um neue Forschungen innerhalb der Region zu erfassen, hat Gertrud Graf einen Brief an alle bisherigen Denkorte, an Einzelpersonen und Initiativen geschrieben – mit der Bitte, solche Forschungen und ihre Ergebnisse an uns weiterzugeben, damit wir sie unter der Rubrik „Forschungsergebnisse“ auf unserer Homepage der Öffentlichkeit zugänglich machen können, bis wieder eine Broschüre herausgegeben wird.

Inzwischen sind bereits sieben Beiträge eingereicht und drei für 2020 angekündigt worden. Sie werden von Gertrud Graf in ihrem beigefügten Arbeitsbericht näher beschrieben.

So wächst eine Datenbank mit neuen interessanten Berichten heran, die von allen Interessierten genutzt werden kann. Sehen Sie sich mal in dieser Datenbank um und melden Sie sich mit neuen Forschungsergebnissen, damit wir sie in dieser Datenbank aufnehmen können.

 

1.3.      Vorbereitung der Einrichtung neuer Denkorte

Über die Entstehung eines Arbeitskreises in Bodnegg hatte ich bereits in den Mitteilungen 02 – 2019 berichtet. In diesem Arbeitskreis unter der Leitung von BM Frick wurden auf der letzten Sitzung die Rechercheergebnisse zu 33 von den Nazis ermordeten Personen – darunter 28 „Euthanasie“-Opfer-, 7 schikanierten und verfolgten Personen und 98 Zwangssterilisierten vorgelegt. Man hat auf dieser Sitzung bereits konkrete Überlegungen zur Einrichtung einer Gedenkstätte angestellt sowie die Mitgliedschaft der Gemeinde Bodnegg im DSK befürwortet.

 

1.4.      Netzwerktagung der Akademie in Weingarten

Sehr verdient gemacht um die Stärkung des Netzwerks des DSK hatte sich 2018 Prof. Thomas Müller von der Medizinhistorischen Forschungsstelle des ZfP Weißenau. Er hatte eine zweitägige historische Fachtagung organisiert, zu der er Vertreter vieler im DSK zusammengeschlossener Institutionen und Gedenkstätten aus der Umgebung – Grafeneck, Ulm, Laupheim, Bad Buchau, Überlingen, Zwiefalten, Schussenried – zusammen mit Vertretern des Kreisarchivs, renommierten Forschern und Frau Thelen vom Referat Gedenkstättenarbeit in der Landeszentrale für politische Bildung zum gegenseitigen Kennenlernen und zum anregenden Informationsaustausch eingeladen hatte. Die Erfahrungen waren so positiv, dass er mit Unterstützung des Denkstättensekretariats eine Nachfolgetagung mit dem Titel „Historisches Wissen und gesellschaftlicher Bildungsauftrag – am Beispiel des Nationalsozialismus in Oberschwaben“ vorbereitet, die am 10./11. März 2020 in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Weingarten stattfinden wird und zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Professor Müller bittet alle regionalen Initiativen, die Interesse an einer Teilnahme an dieser Tagung haben, sich bei ihm zu melden (E-Mail: th.mueller@zfp-zentrum.de oder Tel.: 0751/7601-2217) (siehe Anlage).

 

2.   Galerie der Aufrechten

2.1.      Erstmalige Präsentation in Weingarten

Einen zweiten dauerhaften Schwerpunkt der Arbeit im Denkstättensekretariat stellt die Betreuung der „Galerie der Aufrechten“ mit  ihren ca. 65 künstlerischen Porträts von Widerständlern dar. Ein Großteil der Arbeit konzentrierte sich im letzten Herbst auf die erstmalige Präsentation der Ausstellung in Weingarten in den Räumen der Akademie der Katholischen Diözese Rottenburg–Stuttgart vom 8. September bis 6. Oktober. Als sehr hilfreich, um auf diese Ausstellung hinzuweisen, erwies sich im Vorfeld ein Zeitungsartikel in der Schwäbischen Zeitung mit einem Interview über die Ausstellung (siehe Anlage). Die Vernissage am 8. September stieß mit 90 Besuchern auf eine gute Resonanz. Bei einem Künstlergespräch am 28. September stellten die an der Ausstellung beteiligten Künstlerinnen Kathrin Landa und Renata Jaworska sowie die Künstler Nikolaus Mohr und Hubert Kaltenmark dar, wie sie einen Zugang zu den von ihn porträtierten Widerständlern gewonnen haben und mit welchen künstlerischen Mitteln sie versucht haben, ihre Sicht des Widerständlers zum Ausdruck zu bringen. So erwies sich dieses Format als geeignet, stärker künstlerisch interessierten Menschen einen Zugang zu der Thematik NS-Widerstand zu verschaffen und richtete den Blick auf das Alleinstellungsmerkmal der Ausstellung das in der Verbindung von Widerstand und Kunst besteht. Im Rahmen der Finissage am 6. Oktober las der mehrfach ausgezeichnete junge Autor Martin Beyer aus seinem neuen Roman „Und ich war da“. In diesem bedrückenden Roman beschreibt Bayer – im Gegensatz zu der Ausstellung, die den Weg von Menschen in den Widerstand aufzeigt – den Weg eines Menschen ohne Empathie in das Mitläufertum, das den Romanhelden schließlich zum Helfershelfer der NS-Mörder werden lässt. Insgesamt wurden die drei Veranstaltungen von ca. 180 Personen besucht. Hauptaktivität im gesamten Ausstellungszeitraum war die Organisation und Planung von Führungen, um mit der Ausstellung möglichst viele Menschen zu erreichen. Insgesamt fanden 17 Führungen, 4 öffentliche, 6 Führungen mit Schulklassen und 7 mit Gruppen der Erwachsenenbildung mit insgesamt 265 Teilnehmern statt, das bedeutet ein Schnitt von 16 Teilnehmern pro Führung. So ergab sich durch die Ausstellung die Möglichkeit, die Kontakte zu den Schulen in Weingarten und Ravensburg zu vertiefen und verschiedene Erwachsenengruppen und Vereine anzusprechen und mit der Existenz und der Arbeit des DSK vertraut zu machen. Eine Besonderheit bestand darin, dass mich nach einer Einarbeitung in die Biographien der Widerständler und in die wichtigsten Vermittlungsaspekte drei Studentinnen der Fachschaften Geschichte und Religion bei den Führungen unterstützten. Dafür wurden ihnen sogar studiumsintern Leistungen angerechnet.

 

2.2.      Präsentation in Villingen-Schwenningen

Nach der Präsentation der Ausstellung in Weingarten wurde die Galerie im Oktober/ November noch im Landratsamt Villingen-Schwenningen gezeigt , einem Ort, der durch den dort stattfindenden Publikumsverkehr noch einem ganz anderen Personenkreis einen Zugang zu den porträtierten Widerständlern mit ihren Biographien ermöglichte als die Räume der Akademie.

 

2.3.      Neue Porträts

Zum ersten Mal gezeigt wurde während der Ausstellungen in diesem Jahr das von der Diözese Linz erstellte Porträt des österreichischen Widerständlers Franz Jägerstetter, der als Kriegsdienstverweigerer aus religiösen Motiven wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet wurde und später selig gesprochen wurde (siehe Anlage).

 

2.4.      Veranstaltungen zur Galerie 2020

Über das Schicksal dieses bemerkenswerten Menschen gibt es inzwischen auch einen neuen Film, der letztes Jahr in Cannes mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde. Dieser Film mit dem Titel „Das verborgene Leben“ wird vom 20. bis 26. Februar im Kulturzentrum „Linse“ in Weingarten gezeigt, wobei das Denkstättensekretariat am 21. Februar den Besuchern ein begleitendes Gespräch anbieten wird. Das Denken eines anderen Widerständlers aus unserer Galerie, nämlich das des bekannten protestantischen Theologen Dietrich Bonhoeffer steht im Mittelpunkt eines von der Buchhandlung Ravensbuch am 29. Januar veranstalteten Podiumsgesprächs, an dem der bekannte Professor für Theologie und Verfasser des neuesten Bonhoeffer-Porträts („Dietrich Bonhoeffer – Auf dem Weg zur Freiheit“) Wolfgang Huber teilnehmen wird. In diesem Jahr wird die Ausstellung von Ende Juli bis Mitte Oktober unter der Regie des Kulturamtsleiters des Landkreis Sigmaringen, Herrn Dr. Weber, in unserem Nachbarkreis im Schloss Messkirch gezeigt.

 

Ob wir – wie von einem Besucher in der Akademie angeregt – eine Broschüre mit den Porträts und den biographischen Texten erstellen, mit deren Hilfe man sich einen schnellen Überblick über die Ausstellung verschaffen kann, müssen wir noch im Vorstand des Studentenwerks besprechen.

 

3.   Weitere Bildungsarbeit

3.1.      Vorträge

An Vorträgen fand im Herbst in Zusammenarbeit mit dem alevitischen Bildungswerk eine Autorenlesung von Jakob Knab über sein neues Buch „Ich schweige nicht – Hans Scholl und die Weiße Rose“ in der PH Weingarten statt. Auf der Jahresversammlung 2020 am 17. Januar ebenfalls in der PH Weingarten referierte der Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, Jens Rommel, über das Thema „ Geschichte vor Gericht? – Zur Aufarbeitung von NS-Verbrechen in der Bundesrepublik“ (siehe Anlage).

 

3.2.      Exkursion

Im November 2019 führte eine Exkursion des DSK mit ca. 50 Teilnehmern in Zusammenhang mit einem Besuch des Landtags auf Einladung von Sozialminister Manne Lucha in das „Hotel Silber“, die frühere Gestapo-Zentrale für Württemberg, von der aus die Unterdrückung auch in Oberschwaben organisiert wurde. In einer Führung wurden die Tätigkeitsbereiche der Gestapo dargestellt und auch darauf hingewiesen, dass die Gestapo schließlich mit der Überwachung der Kriegsgesellschaft so überfordert war, dass sie nur noch mit Hilfe von Denunziationen aus der Bevölkerung funktionieren konnte. Erschütternd auch die Dokumentation der gerichtlichen Aufarbeitung der Verbrechen des Gestapo-Mannes Anton Dehm ( siehe Zeitungsbericht als Anlage ). Ein Besuch des „Hotel Silber“ ist auf jeden Fall empfehlenswert, um einen Einblick in die NS-Unterdrückungsmaschinerie in Württemberg zu bekommen.

 

3.3.      Geschichtswanderung durch Weingarten

Am 9. November hat das DSK-Sekretariat in Zusammenarbeit mit der VHS Weingarten eine Geschichtswanderung durch Weingarten unter dem Titel „ Stadtrundgang durch die Weingartener NS-Geschichte“ durchgeführt. Mit Hilfe der Informationen in den grundlegenden Werken von Dr. Werner Heinz („Altdorf-Weingarten 1805 – 1945“), aus dem neuesten Heimatbuch „Weingarten“ und aus dem Werk von Prof. Norbert Kruse („Weingartens Straßennamen im ‚Dritten Reich“), mit Hilfe alter Karten und mit Hilfe von alten historischen Fotos, die uns der Stadtarchivar Herr Lohmann zur Verfügung stellte, konnte ein anschaulicher Vortrag konzipiert werden. An Gebäuden, Plätzen und Gedenkorten stellten wir wichtige Themen dar: den Aufstieg der NSDAP in Weingarten, die Machtübernahme, die Gleichschaltung samt Straßenbenennungen – mit ca. 20% war Weingarten reichsweit die Stadt mit den meisten Straßen, die nach Nationalsozialisten sowie Kriegshelden aus dem 1. Weltkrieg umbenannt wurden - ,die anfängliche Anpassung und letztlich den Widerstand von Konservativen wie dem Weingartner Zentrumsbürgermeister Wilhelm Braun und dem Fabrikdirektor August Wachter, die Situation der Maschinenfabrik in der Kriegszeit , das Schicksal von Euthanasie-Opfern, Zwangsarbeitern und Widerständlern sowie das Kriegsende in Weingarten. Ich merkte es an mir selbst, wie die Kenntnis der entsprechenden Orte in Weingarten mit ihrem historischen Hintergrund die innere Verbindung zur Stadt gestärkt hat. Insofern fördert eine solche Geschichtswanderung immer auch die Identifikation mit der Stadt. Erfreulich war auch festzustellen, dass dieses Format der Geschichtsvermittlung auch jüngere Menschen anspricht. Von den 23 Teilnehmern waren sieben Schüler oder Studenten. Die gute Resonanz auf  den letztlich dreistündigen Rundgang lässt sich daran ablesen, dass es in kurzer Zeit zwei Anfragen für eine Wiederholung gab, einmal von einer Studentengruppe und dann von einem Heimatverein Biberach. So werden wir die Geschichtswanderung nun fortlaufend anbieten, vor allem auch Schulen und Studenten, um jungen Menschen die Geschichte des Nationalsozialismus an der Lokalgeschichte Weingartens vor Ort in ihrer Stadt zu veranschaulichen.

Ziel sollte auch sein, in Kontakt mit der Fachschaft Geschichte an der PH für diese Geschichtswanderung nach dem erprobten „Peer Guide-Modell“ Studierende zu finden und einzulernen, damit sie diese Führungen machen können.

 

4.   Ausblick auf geplante Veranstaltungen

 

4.1.      Themenwoche zum Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren

In Zusammenarbeit mit der VHS, mit dem Kulturzentrum „Linse“ und Studentengruppen plant das DSK eine Themenwoche zum Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren Ende April bis Mitte Mai.

Bis jetzt stehen schon fest: eine Wiederholung der Geschichtswanderung durch Weingarten am 9. Mai, eine ähnliche Geschichtswanderung in Baienfurt am 25. April sowie ein Vortrag von Gertrud Graf und Eugen Michelberger zum Thema „Todesmärsche in Oberschwaben“ am 13. Mai in der Akademie. Weiterhin planen wir eine Exkursion nach Friedrichshafen und den Goldberger Stollen in Überlingen mit der Thematik der NS-Rüstungsindustrie. Zusammen mit Studenten der PH wird eine Veranstaltung konzipiert, die an die Bücherverbrennung durch Studenten am 10. Mai 1933 erinnern soll.

 

4.2.      Wanderausstellung „Man wird doch noch mal sagen dürfen“

Im Zusammenhang mit dieser Themenwoche werden wir auch eine Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg in Ulm zeigen - mit dem Titel „Man wird doch noch mal sagen dürfen“ ( siehe zwei Anlagen ). In der schon in mehreren Ulmer Schulen gezeigten Ausstellung mit 10 Tafeln , wird der Sprachgebrauch von Rechtspopulisten und Rechtsextremen thematisiert – mit Schlagworten wie „völkisch“ und „Lügenpresse“ ,  die an den Sprachgebrauch der NS-Zeit anknüpfen. Mit der Ausstellung soll darauf hingewiesen werden, dass ein solcher Sprachgebrauch oft Vorläufer von praktizierter Intoleranz, Hass, Diskriminierung und Verfolgung sowie auch von Gewalt ist. Auf diese Weise sollen die Betrachter auch für ihren eigenen Sprachgebrauch  und seine Auswirkungen sensibilisiert werden, wenn z.B. auf einer Zusatztafel Schüler angeregt werden, Ausdrücke aufzuschreiben, mit denen sie selbst andere Menschen herabwürdigen (z.B. „Opfer“,  „Spast“). Wir werden diese Ausstellung, zu der es inzwischen auch schon didaktisches Material gibt, im Zeitraum vom 8. März bis Mitte Mai in Schulen und den Räumen anderer gesellschaftlicher Organisationen zeigen. Davor wird sie von Prof. Müller ab 17. Januar in den Räumen des ZfP Weißenau gezeigt. Die Wanderausstellung kann vom Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm ausgeliehen werden.

 

4.3.      Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

Eine andere Ausstellung werden wir vom DSK in diesem Jahr unterstützend begleiten. Dabei handelt es sich um die Wanderausstellung „Geliebte Gabi“ (siehe Anlage), die das Schicksal eines Mädchens darstellt, das von seiner Mutter, einer getauften Jüdin, zu ihrem Schutz in eine Pflegefamilie im Allgäu gegeben wird, wo es unbeschwert aufwächst, bis es von der NS-Bürokratie als jüdisches Mädchen entdeckt und mit 5 Jahren in Auschwitz ermordet wird. Die Wanderausstellung ist vom bekannten Allgäuer Filmregisseur Leo Hiemer  („Daheim sterben die Leut“) mit wissenschaftlicher Hilfe zusammengestellt worden. Hiemer hat bereits 1993 einen Film über das Schicksal des Mädchens mit dem Titel „Leni …muss fort“ gedreht und 2019 ein Buch mit dem Titel „Gabi (1937 – 1943), geboren im Allgäu. Ermordet in Auschwitz“ geschrieben. Die Wanderausstellung wird vom 29. Mai bis zum 23. August im Bauernhausmuseum in Wolfegg gezeigt. Auf Anregung von Kreiskulturamtsleiter Dr. Max Eiden wird das Denkstättenkuratorium an einer Erweiterung der Ausstellung durch einige Tafeln mit Informationen über NS-Opfer verschiedener Opfergruppen aus der Region mitarbeiten und versuchen, Zeitzeugen für ein Filminterview zu finden. Vielleicht ist diese Ausstellung dann auch eine Chance, unseren Wirkungsbereich etwas stärker auch auf das westliche Allgäu auszudehnen.

 

4.4.      Hinweis auf Seminar des Lernorts „Hotel Silber“ zu den Ravensburger Sinti im Ummenwinkel in Ravensburg

Die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber in Stuttgart veranstaltet am 23./ 24.5.2020 in Ravensburg ein Seminar „Sinti in Ravensburg – Weimarer Republik, „Drittes Reich“ und Deutschland nach 1945“. Näheres entnehmen Sie bitte der Anlage.

 

5.   Vertretung des DSK auf Landesebene durch Gertrud Graf

Über die konkrete Arbeit von Gertrud Graf vor Ort habe ich bereits berichtet. Darüber hinaus vertritt sie das DSK auf Landesebene als Mitglied des Sprecherrats der LAGG und ist auch Mitglied der Projektgruppe „Schulen und Gedenkstätten“ des Kultusministeriums. In  der ersten Funktion hat sie erreicht, dass das DSK auf der Übersichtskarte der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen von BW und auf der Homepage und in dem Flyer des Gedenkstättenreferats der LpB aufgeführt wird.  In der Projektgruppe bespricht sie mit den Vertretern im Kultusministerium, wie die Gedenkstättenarbeit auch in den Schulen des Landes Resonanz finden kann. Durch ihre Kontakte zur Abteilung Gedenkstättenarbeit in der Landeszentrale der politischen Bildung, von der die Gedenkstättenarbeit im Land ideell, materiell und finanziell – durch die Verteilung der vom Landtag bewilligten Haushaltsgelder- unterstützt und getragen wird, bekommen wir von ihr immer wieder nützliche Informationen – auch darüber, wie wir finanzielle Zuschüsse bekommen können, mit denen das Studentenwerk „Weiße Rose“ einen Großteil der Arbeit des Denkstättensekretariats für die Erinnerungskultur finanzieren kann.

Für ihre Arbeit mit mir vor Ort und als unsere Vertreterin in den Landesgremien, für sicherlich mehrere hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit, möchte ich mich bei Gertrud Graf herzlich bedanken. Den Arbeitsbericht von Gertrud Graf können Sie als Anlage einsehen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen in diesen Mitteilungen einige interessante Informationen und motivierende Anregungen für die eigene Arbeit geben konnten, und freuen uns immer über Rückmeldungen, Informationen, Ideen und Anregungen von Ihrer Seite.

In diesem Sinne grüßen Sie alle ganz herzlich

 

Ihre

 

Uwe Hertrampf                                   Peter Ederer

(für das Denkstättensekretariat)       (Vorsitzender Studentenwerk Weiße Rose e.V.)

 

Anhang

-      Einladungstext Tagung 10. - 11. März 2020

-      Zeitungsbericht über Galerie der Aufrechten in Weingarten

-      Neues Porträt Jägerstätter von Peter Huemer

-      Zeitungsbericht Jahresversammlung und Vortrag Rommel am 17.01.2020

-      Zeitungsbericht Exkursion Stuttgart („Hotel Silber“)

-      Infos Wanderausstellung „Man wird ja wohl noch mal sagen dürfen“

-      Flyer Wanderausstellung „Geliebte Gabi“

-      Ankündigung Seminar zu Ravensburger Sinti im Mai 2020

-      Arbeitsbericht 2019 von Gertrud Graf

DENKStättenkuratorium
NS-Dokumentation
Oberschwaben

Prof. Dr. W. Marcus, Beauftragter
f. d. Denkstättensekretariat
Briachstr. 10, 88250 Weingarten

Tel.: 0751/560838-0
Fax: 0751/560838-14
E-Mail: info@dsk-nsdoku-oberschwaben.de
Web: www.dsk-nsdoku-oberschwaben.de