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Zwangsarbeiter-Gräber

Ravensburg: Friedhofstraße 37, Friedhof Ravensburg

Zwangsarbeiter wurden während des Zweiten Weltkrieges vielfach in der deutschen Wirtschaft eingesetzt. Auch in Ravensburg waren sie in Fabriken, Handwerksbetrieben, aber auch auf Bauernhöfen tätig und somit für die ganze Bevölkerung sichtbar. Insgesamt konnten in Ravensburg ca. 86 Betriebe nachgewiesen werden, die Arbeitskräfte aus den von Deutschland besetzten Gebieten beschäftigten. Die Rekrutierung dieser Arbeitskräfte geschah mit Zwang, ausgeübt mit allen zur Verfügung stehenden Variationen der Gewalt. Ohne diese Arbeitskräfte wäre die deutsche Wirtschaft während des Zweiten Weltkrieges nicht aufrecht zu halten gewesen.

Die teilweise miserablen Zustände in den Lagern der Arbeitskräfte führten vor allem im Winter bei vielen Arbeitern zu teils schweren Erkrankungen. Nicht alle von ihnen überlebten daher den Krieg und die ersten Nachkriegsmonate. Unter den 66 Ausländern, die zwischen 1941 und Ende August 1946 in Ravensburg starben und auf dem Hauptfriedhof in Reihengräbern beerdigt wurden, waren 37 bis 42 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie 14 bis 19 ihrer Kinder. Die Zahl der verstorbenen Russen, Polen, Esten, Litauer und Letten, einschließlich Kinder, beträgt 38, und damit mehr als die Hälfte.

Text: M. Spohr

 

Literatur: Eitel, Peter, Ravensburg im 19. und 20. Jahrhundert. Politik – Wirtschaft – Bevölkerung – Kirche – Kultur – Alltag, Ostfildern 2004, S.285 ff.

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