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Erlanger - Gedenken

Ravensburg: Burachhöhe Hegaustraße 25/27 und Bildungszentrum St. Konrad

Dr. Ludwig Erlanger lebte von 1924 bis November 1939 mit seiner Familie auf dem Burachhof, zwischen Ravensburg und Weingarten gelegen, und betrieb dort ein Mustergut für Obsterzeugung. Er bildete auf dem Hof jüdische Gesellen aus, die nach Palästina auswandern wollten. 1939 musste der Agronom den Burachhof zwangsweise an die Stadt Ravensburg verkaufen und mit seiner Familie nach Palästina auswandern.

Das Bildungszentrum St. Konrad benennt seine Festhalle auf der Burachhöhe nach „Dr. Ludwig und Fanni Erlanger“. Am 22. Januar 1990 beschloss der Ravensburger Gemeinderat, in Gedenken an die aus Ravensburg vertriebenen, deportierten und ermordeten Juden, die Grünanlage im Wohngebiet Burach-Ost in „Ludwig-Erlanger-Anlage“ umzubenennen. In einer Gedenkfeier wurde am 17. März 1990 die Grünanlage umbenannt und eine Bronze-Stele eingeweiht, in Erinnerung an die Verbrechen, denen Erlanger und andere jüdische Bürger Ravensburgs zum Opfer gefallen waren. Der anwesende Sohn, Pinchas Erlanger, versicherte auf der Gedenkfeier, dass er in dieser Ehrung einen Ausdruck der Wiedergutmachung sehe und anerkenne.

Im Zuge der Umbenennung der Burachhöhe beschloss der Gemeinderat, die Straßenschilder „Grüner-Turm-Straße“ mit dem Zusatz „ehemalige Judenstraße“ zu versehen. 1992 wurden an den Gebäuden Grüner-Turm-Straße 4 und am Eckhaus zur Oberen-Breiten-Straße weitere Gedenktafel angebracht und an die jüdische Geschichte der Stadt Ravensburg erinnert.

Text: M. Spohr

 

Literatur: Andreas Schmauder, Den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Ravensburg, in: Andreas Schmauder, Franz Schwarzbauer, Paul-Otto Schmidt-Michel (Hrsg.), Erinnern und Gedenken. Das Mahnmal Weißenau und die Erinnerungskultur in Ravensburg (Historische Stadt Ravensburg, Bd.5), Konstanz 2007, S.143-158.

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