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Stolperstein für Elsa Hammer

Friedrichshafen: Zeppelinstraße 275

Die Nationalsozialisten bezeichneten Friedrichshafen schon 1933 als eine der ersten „judenfreien“ Gemeinden in Württemberg. 1937 wurde der eigenständige Ort Schnetzenhausen nach Friedrichshafen eingemeindet. Damit wurde der bei Dornier angestellte Oberingenieur Karl Hammer aus dem Teilort Fischbach mit seiner aus jüdischem Elternhaus stammenden Ehefrau Elsa, geborene Fellheimer, Friedrichshafener Neubürger. Elsa Hammer wurde am 1. Dezember 1884 in Göppingen geboren. Zeitzeugen erinnern sich an die menschenfreundliche Einstellung der Familie Hammer. Karl Hammer konnte, solange er lebte, Anfeindungen gegenüber seiner Frau abwehren, was nicht zuletzt an seiner leitenden Funktion bei einem der wichtigsten Rüstungsproduzenten der Region lag. Als er aber nach kurzer Krankheit am 21. Juni 1943 plötzlich verstarb, stand seine Frau Elsa schutzlos da und kaum jemand konnte oder wollte ihr beistehen. Schon bald heftete der SS-Mann Hubert Jeuck einen gelben Judenstern an die Gartentüre der Hammers. Damit begann für Elsa Hammer eine regelrechte Menschenjagd, der sie nichts entgegensetzen konnte. Eine Augenzeugin berichtet, dass Elsa Hammer von vier SS- oder SA-Leuten aus ihrem Wohnhaus in der Friedrichshafener Straße 38 in Fischbach unter beschämenden Bedingungen abgeholt wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde sie am 14. September 1943 von Stuttgart in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und am 24. September 1943 durch Giftgas ermordet; offiziell hieß es, dass sie an Herzversagen gestorben sei.

Am 9. September 2013 konnte der Geschichtsverein Fischbach durch den Kölner Künstler Gunter Demnig einen Stolperstein für Elsa Hammer vor ihrem ehemaligen Wohnsitz in der heutigen Zeppelinstraße 275 setzen. Foto: M. Boon (E. Hammer)

Text: Text: Jürgen Oellers / Edgar Thelen

 

Literatur: Jürgen Oellers: Verfolgung: Das Schicksal von Elsa Hammer, in: 52 Stadtgeschichten aus der Serie der Schwäbischen Zeitung zum Friedrichshafener Stadtjubiläum 2011, Friedrichshafen 2012, S. 123 f. (Schriftenreihe des Stadtarchivs Friedrichshafen; Bd. 8)

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