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Salemer Abiturienten im Widerstand

Standort Überlingen: Zweigschule Schloss Spetzgart

Ostern 1930, 11. Klasse, Realgymnasium Spetzgart li: Hans-Ulrich von Oertzen, 3. vl.: Paul Hinrichsen, r: Erik Blumenfeld Bild: Kurt-Hahn-Archiv

Die Klassenkameraden Erik Blumenfeld (1915-1997), Paul Hinrichsen (1912-1943) und Hans-Ulrich von Oertzen (1912-1944) besuchten die von Marina Ewald 1929 gegründete Salemer Zweigschule Schloss Spetzgart: Erik Blumenfeld von 1930-33, Paul Hinrichsen von 1930-32 und Hans-Ulrich von Oertzen von 1929-1933. Mit der Verhaftung Kurt Hahns in Salem und der Entlassung der denunzierten Schulleiterin Marina Ewalds endete die liberale Ära Spetzgarts 1933.

Als „Mischling ersten Grades“ und „politischer“ Häftling wurde Erik Blumenfeld am 15.1.1943 nach Auschwitz und später nach Buchenwald deportiert, wo er am 13.7.1944 entlassen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland war er ein namhafter Außenpolitiker.

Wegen eines abgelaufenen Visums musste Paul Hinrichsen 1937 aus Brasilien nach Deutschland zurückkehren. Von 1939-41 war er ein charismatischer Erzieher im Jüdischen Kinderheim Leipzig, dann Gefangener des landwirtschaftlichen Zwangsarbeitslagers Neuenfelde (1941-43). Nach dessen Auflösung wurde er am 20. April 1943 nach Auschwitz deportiert, wo er am 21. August 1943 in einem der Krematorien von Birkenau ermordet wurde, die sein Klassenkamerad Erik Blumenfeld zuvor mit aufbauen musste.

Hans-Ulrich von Oertzen wurde am 20. April 1943 Major im Generalstab von Henning von Tresckow. An diesem Tag entschied er sich für den Widerstand, in dessen Verlauf er mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg die „Operation Walküre“ ausarbeitete. Als Verbindungsoffizier für den Wehrkreis Berlin beteiligte er sich am 20. Juli 1944 an maßgeblicher Stelle am Umsturz. Im Verlauf seiner Verhaftung tötete er sich am 21. Juli 1944 selbst.

Text: Martin Kölling

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