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Die NS-Gegnerschaft ihres Gründers Kurt Hahn

Standort Salem: Schule Schloss

Kurt Hahn, geboren am 5. Juli 1886, entstammte einer großbürgerlichen jüdischen Industriellenfamilie in Berlin. Er studierte in Oxford. Diese Auslandserfahrung bewahrte ihn, bei allem Nationalbewusstsein, konservativer Distanz zur Weimarer Demokratie und einer kurzzeitigen Neugier gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung zeitlebens vor nationaler Engstirnigkeit.

Während des 1. Weltkriegs und 1919 auf der Versailler Friedenskonferenz setzt er sich als politischer Referent für einen Verständigungsfrieden ein. Mit Prinz Max von Baden, dem letzten Kanzler des Kaiserreichs, zieht er sich 1920 an den Bodensee zurück und gründet die Schule Schloss Salem mit dem Ziel, eine „Charakterelite“, eine „Aristokratie des Dienens“ heranzubilden, die dem untergegangenen Deutschland gefehlt habe. „Wir weigern uns, die Jugend für den faschistischen Staat zu erziehen.“ So äußert sich Kurt Hahn im Februar 1933 öffentlich, noch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Der schon seit den frühen 20er Jahren schwelende Konflikt mit den Nazis eskaliert. Anfang März wird Hahn verhaftet und in Überlingen in „Schutzhaft“ genommen. Durch Intervention zahlreicher einflussreicher Freunde im In- und Ausland kommt er wieder frei, wird aber aus Baden verbannt. Anfang Juli emigriert er nach Großbritannien. Dort führt er einen publizistischen Kampf gegen das NS-Regime und die Appeasement-Politik und setzt sich für eine humane Kriegführung ein. 1953 nach Salem zurückgekehrt, kümmert er sich materiell um Opfer des Nationalsozialismus, etwa um die Angehörigen der Widerständler-Familie von Haeften.

Text: Hartmut Ferenschild

 

Literatur: Ilse Miscoll, „Kurt Hahn“, in: Württembergische Biographien Bd. II, S. 182-187 / Michael Knoll (Hg.), „Kurt Hahn. Reform mit Augenmaß. Ausgew. Schriften eines Politikers und Pädagogen“, Stuttgart: Klett-Cotta 1998

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