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Sophie Scholl – Josef Rieck – Gewissensbildung durch Bücher

Standort Aulendorf

Sophie Scholl

Am Samstag, den 25. Oktober 1941, begleitet Sophie Scholl mit ihrem Freund Fritz Hartnagel – er kann während eines Fronturlaubs bei ihr sein – ihre Schwester Inge Scholl nach Aulendorf in einen „sehr erlesenen, kleinen Buchladen“. Barbara Beuys berichtet hierüber in ihrem Sophie Scholl-Buch, S. 304: „Der Maler Wilhelm Geyer, Freund der Familie, hatte Inge Scholl Mitte Oktober auf diese Buchhandlung aufmerksam gemacht, wo `sämtliche Werke Newmans und sonst noch einige rechte Sachen` zu finden seien, wie Inge Scholl verklausuliert an Otl Aicher schrieb. Mit Newman war der englische Kardinal John Henry Newman gemeint. Wer im nationalsozialistischen Deutschland 1941 die Predigtbücher dieses Theologen im Sortiment hatte, führte keine gewöhnliche Buchhandlung. Josef RieckDas Besondere der Rieckschen Buchhandlung beginnt bei den Besitzern – Josef Rieck, der als angehender Mönch das Kloster Beuron verließ, um Buchhändler zu lernen und seiner Frau Erika, einer Kommunistin aus Berlin. 1938 entschieden sie sich für einen Start im oberschwäbischen Aulendorf, Bahnknotenpunkt mit schnellen Verbindungen in alle Himmelsrichtungen und doch unauffällig in der Provinz gelegen. Sie machten ihren Umsatz als Versandbuchhandlung und mit einem Sortiment, das hochgeistige Literatur versprach, die – darin dem ‚Hochland’ gleich – in Wahrheit gut getarnte geistige Nahrung war, um mit Anstand zu überleben, vielleicht sogar, um aus Büchern Kraft zum Widerstand zu schöpfen. Seit dem 25. Oktober 1941 standen die Scholls als Kunden in der Rieckschen Kartei“.

Text als Zitat aus Barbara Beuys, Sophie Scholl

 

Literatur: Barbara Beuys, Sophie Scholl, (Hanser Verlag, München 2010); Bald/Knab/Hg., Die Stärkeren im Geiste.

 

 

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