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Massenlager für Zwangsarbeiter

Friedrichshafen: Hochstraße/Heinrich Heine-Straße

Im Zweiten Weltkrieg beschäftigten Stadtverwaltung, Firmen und Landwirte zeitweise oder dauernd ausländische Arbeitskräfte, welche die Friedrichshafener Rüstungsindustrie und Ernährungsgrundlage aufrecht erhalten sollten. Unter dem Begriff „Fremdarbeiter“ wurden zunächst zivile ausländische Arbeitskräfte zusammengefasst, mit dem Begriff Zwangsarbeiter sind jedoch spätestens seit Juni 1941 insgesamt ca. 14 000 zwangsweise rekrutierte Männer, Frauen und Kinder gemeint.

Die hohe Anzahl an Zwangsarbeitern ist vor allem der ansässigen Kriegswirtschaft zuzuschreiben und setzt sich aus mindestens 28 Nationen und Staatenlose zusammen: Algerien, Ägypten, Belgien, Bulgarien, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Marokko, Niederlande, Norwegen, Persien, Polen, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Sowjetunion, Spanien, Türkei, Ungarn und den USA. Mit weit über 5 000 Zwangsarbeitern bildeten „Ostarbeiter“ aus der Sowjetunion, also Russen, Ukrainer oder Weißrussen, den größten Anteil. Mit Abstand folgten dann die „Westarbeiter“, also Franzosen und (ab 1943) italienische Kriegsgefangene.

Diese Massenquartiere für Zwangsarbeiter befanden sich auf dem Zeppelin-Werftgelände („Lager Hochstraße“), in Allmannsweiler und an zahlreichen weiteren Orten und wurden u. a. für die kriegswichtigen Rüstungsfirmen Dornier Metallbauten, Luftschiffbau Zeppelin, Maybach Motorenbau und Zahnradfabrik Friedrichshafen erstellt. Die Lebensbedingungen in diesen Barackenlagern waren schlecht bis katastrophal, es galten weder arbeitsrechtliche noch hygienische Vorkehrungen; Verstöße oder gar Aufbegehren wurden hart, bis hin zur Todesstrafe, geahndet.

Text: J. Oellers

 

Literatur: Christa Tholander: Fremdarbeiter 1939-1945: Ausländische Arbeitskräfte in der Zeppelin-Stadt Friedrichshafen, Essen 2001.

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