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Josef Ruf

Bad Saulgau: Hochberg

Vehement wehrte sich sein Vater gegen seine Absicht, den Kriegsdienst zu verweigern. Und sein Bruder Karl, damals ein überzeugter Nationalsozialist, sah in dieser Verweigerung nur einen „unverständlichen religiösen Wahn“. Doch Josef blieb seiner Haltung treu: „Ich kann den Waffendienst mit der Lehre Christi einfach nicht vereinbaren, und fühle mich verpflichtet, unter allen Umständen auch danach zu handeln.“

Josef Ruf ist am 15. Dezember 1905 in Hochberg bei Saulgau geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Schneiderlehre und schloss sich 1925 dem Franziskanerorden an. Jedoch verließ er diesen Orden wieder und trat 1933 der Christkönigsgesellschaft in Meitingen bei, einer Gründung des Ökumenikers und pazifistisch engagierten Priesters Max Josef Metzger (1887-1944). 1938 kam Ruf zur Betreuung der Wallfahrer nach St. Ulrich bei Graz, wo er Michael Lerpscher (1905-1940) kennenlernte, der ebenfalls den Kriegsdienst verweigerte und hingerichtet wurde. 1940 folgte Ruf der Einberufung zur Wehrmacht und erklärte sich bereit zum Sanitätsdienst, verweigerte jedoch den Eid auf Hitler. Nach Inhaftierungen in Graz und Berlin wurde er am 14. September 1940 vom Reichskriegsgericht wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt. Am 10. Oktober wurde er durch das Fallbeil im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

1992 errichtete seine Heimatgemeinde auf Anregung der katholischen Friedensbewegung Pax Christi einen Gedenkstein für Josef Ruf. Er trägt die Inschrift: „Zum ehrenden Gedenken/Josef Ruf/geb. 15.12.1905/für Frieden/ eingetreten/durch Gewalt/gest.10.10.1940.“

Text: H. Kurz

 

Literatur: Helmut Kurz / Christian Turrey, „Um dem Willen Gottes gerecht zu werden“. Das Martyrium des Kriegsdienstverweigerers Josef Ruf, 2. Aufl. Rottenburg 2008.

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